Trotz unzähliger Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendförderung in Deutschland findet bei weitem nicht jeder Hilfe Bedürftige eine passgenaue und vor allem zielführende Unterstützung. Wir konzentrieren uns in unserer Arbeit daher auf vier Themenkreise, die unserer Erfahrung nach deutlich ausgebaut werden müssen, um Kindern und Jugendlichen wirksam helfen zu können.
Chancengleichheit

Eleven möchte so vielen unterstützungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen wie möglich so wirksam wie möglich helfen. Chancengleichheit ist daher Dreh- und Angelpunkt aller unserer Aktivitäten: vergleichbare Ausgangsbedingungen für Bildung und Lebensentwicklung.

Die Herkunft der Familie, das Einkommen und der Bildungsgrad der Eltern sollten nicht darüber entscheiden, ob Kinder und Jugendliche gute Lebens- und Bildungschancen bekommen. Ob sie das Potenzial entfalten können, das in ihnen steckt. Tatsächlich sind aber sowohl in der Persönlichkeitsentwicklung als auch in den Bildungswegen deutliche Unterschiede sichtbar, die nichts mit den Fähigkeiten oder Leistungen der Kinder zu tun haben. Zudem ist die soziale Mobilität in Deutschland nach wie vor sehr gering.

Da die schlechteren Ausgangsbedingungen langfristige Folgen auf Einkommen, Gesundheit und Lebenszufriedenheit haben, setzen alle von Eleven geförderten Unterstützungsprogramme beim Thema Chancengleichheit an.

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Mentoring

Um Chancengleichheit zu erreichen, bauen wir insbesondere auf Mentoring, das heißt auf die individuelle Begleitung eines Mentees durch einen lebens- und/oder berufserfahrenen Mentor. Wieso gerade Mentoring? Weil Mentoring einer der nachweislich wirksamsten Ansätze ist, um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Mentoring für Kinder und Jugendliche basiert auf einem einfachen Prinzip: Eine erwachsene Bezugsperson begleitet ein Kind beziehungsweise einen Jugendlichen in regelmäßigen Treffen über einen relativ langen Zeitraum. Die Freiwilligkeit des Mentors, seine Bereitschaft, Zeit mit seinem Mentee zu verbringen, ist dabei genauso bedeutsam wie die Tatsache, dass Mentor und Mentee bei ihren gemeinsamen Treffen intensiv miteinander interagieren. Das Gelingen von Mentoring hängt dabei von mehreren Schlüsselelementen wie etwa Vorbereitung, Matching und Begleitung ab.

Um den Einsatz und die Wirksamkeit von Mentoring in Deutschland weiter auszubauen, fördern wir die Grundlagenforschung zu diesem Thema sowie den Einsatz und die Weiterentwicklung von Mentoring innerhalb der Eleven-Gemeinschaft. Zudem setzen wir uns für die Vernetzung von Mentoringprogrammen und -forschern innerhalb Deutschlands ein und beteiligen uns als Mitglied des European Center for Evidence-Based Mentoring für die Stärkung von Mentoring auf europäischer Ebene.

Skalierung

Ein weiterer Ansatz, um Chancengleichheit zu verbessern, besteht schlicht darin, möglichst viele unterstützungsbedürftige Kinder und Jugendliche zu erreichen. Daher fördern wir das Wachstum und die Skalierung von Organisationen der Kinder- und Jugendförderung, die bereits zeigen können, dass ihre Arbeit bei der Zielgruppe effektiv ankommt.

Idealerweise erhalten alle Kinder, Jugendliche und Familien mit Unterstützungsbedarf passende und möglichst wirkungsvolle Angebote. Im deutschen sozialen Sektor und Bildungssystem ist das bislang allerdings nicht möglich. Freie Träger kommen nicht ansatzweise dahin, „alle“ ihrer Zielgruppe zu bedienen. Selbst vergleichsweise große, bundesweit aktive und rege wachsende Organisationen erreichen keine relevanten Größenordnungen.

Unserer Überzeugung nach sollten besonders die nachgewiesenermaßen wirksamen Programme so groß werden, dass sie flächendeckend Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen können. Deshalb haben wir uns entschieden, an dieser Stelle fördernd tätig zu werden. Wohlwissend, dass es keine standardisierten Modelle gibt und dass es bei Skalierung immer auch darum geht, passgenaue Ansätze und Konzepte erst einmal zu entwickeln.

Und natürlich sind wir uns bewusst, dass relevante Größenordnungen nur durch das konstruktive Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Förderern und Akteuren erreicht werden können. Genau dabei wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen.

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Wirksamkeit

Wachstum und Skalierung von sozialen Organisationen haben nur eine Berechtigung, wenn die Angebote und Programme der jeweiligen Zielgruppe auch tatsächlich helfen, sprich: wenn sie nachweislich wirksam sind. Aus diesem Grund ist für unsere Arbeit das Themenfeld Wirksamkeit ein zentraler Baustein, der bei allen Eleven-Organisationen eingefordert wird – und eine genauso große Rolle bei der eigenen Arbeit spielt.

Soziale Organisationen müssen nachweisen können, dass sie mit ihrer konkreten Arbeit tatsächlich die gewünschten Ziele erreichen. Denn nur so können sie dazu beitragen, ein bestimmtes gesellschaftliches Problem zu beheben oder zumindest zu reduzieren.

Da der Zusammenhang zwischen Angebot und erreichten Zielen den Kern der Existenz sozialer Organisationen ausmacht, ist Wirkungsmanagement ein zentrales strategisches Thema. Zumindest sollte es das sein. Entsprechend verlangt Wirkungsmanagement ausreichend Aufmerksamkeit, Know-How und Ressourcen innerhalb der Organisation – und bei den Förderern.

Für uns ist die Professionalisierung des Wirkungsmanagements, teilweise in Kombination mit wissenschaftlichen Evaluationen, schon immer ein Kernthema. Mit unserer Arbeit verfolgen wir das Ziel, einen kausalen Nachweis der Effektivität von Programmen und Interventionen herzustellen. Dass ein kausaler Wirkungsnachweis nicht immer leicht zu erbringen ist, ist uns bewusst. Wir sind aber überzeugt, dass sich jede Anstrengung und auch alle Zwischenschritte lohnen, um der Verantwortung gegenüber unserer Zielgruppe, hilfebedürftige Kinder und Jugendliche, gerecht zu werden.

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